Rechtliche Fallstricke im Webdesign: Warum "Do-it-yourself" teuer werden kann
Ein professionelles Webdesign muss heute weit mehr leisten als nur gut auszusehen. Es muss ein juristisches Schutzschild für Ihr Unternehmen sein. Wer hier spart, riskiert kostspielige Abmahnungen und Bußgelder.
1. Die DSGVO-Falle (Datenschutz)
Das ist der größte Risikobereich. Eine unprofessionelle Seite verstößt oft unbewusst gegen die Datenschutz-Grundverordnung:
Google Fonts: Werden Schriftarten direkt von Google-Servern geladen, wird die IP-Adresse des Besuchers ohne Einwilligung in die USA übertragen. Das wurde bereits gerichtlich als rechtswidrig eingestuft. Ein Profi bindet Fonts lokal ein.
Fehlendes Cookie-Consent-Management: Einfache "Okay"-Banner reichen nicht. Technisch nicht notwendige Cookies (Tracking, Marketing) dürfen erst nach expliziter Zustimmung geladen werden.
Kontaktformulare: Diese müssen zwingend per SSL/TLS verschlüsselt sein (https), da hier personenbezogene Daten übertragen werden.
2. Urheberrechtsverletzungen
"Mal eben ein Bild bei Google gesucht" kann hunderte Euro kosten.
Bildrechte: Ohne korrekte Lizenzierung und (je nach Lizenz) Nennung des Urhebers im Impressum oder am Bild drohen Abmahnungen durch spezialisierte Kanzleien.
Icons & Grafiken: Auch kleine Symbole unterliegen dem Urheberrecht. Professionelle Webdesigner nutzen lizenzierte Bibliotheken und dokumentieren die Nutzungsrechte.
3. Impressums- und Pflichtangaben
Das Telemediengesetz ist streng. Ein fehlerhaftes Impressum ist eine Einladung für Abmahnvereine.
Leichte Erreichbarkeit: Das Impressum muss von jeder Unterseite mit maximal zwei Klicks erreichbar sein.
Vollständigkeit: Berufsbezeichnungen, Kammerzugehörigkeiten (falls relevant), Umsatzsteuer-ID und Registereinträge müssen korrekt hinterlegt sein.
4. Barrierefreiheit (BFSG)
Seit 2025 ist das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz für viele Unternehmen verpflichtend. Eine Website muss so programmiert sein, dass auch Menschen mit Einschränkungen (z.B. Sehbehinderungen) sie nutzen können. Unprofessionelle Designs ignorieren dies oft, was künftig zu rechtlichen Konsequenzen führen kann.
5. Haftung für externe Links
Wer verlinkt, haftet unter Umständen für die Inhalte der verlinkten Seiten, wenn er sich nicht ausreichend distanziert oder die Inhalte offensichtlich rechtswidrig sind. Ein professionell erstellter Disclaimer ist hier essenziell.